Altes Gartenhaus entsorgen – selbst machen oder Fachfirma?
Ein Gartenhaus aus Holz kann mit der Zeit beschädigt werden oder einfach nicht mehr gebraucht werden. Dann stellt sich die Frage: Soll man den Abriss selbst übernehmen oder lieber eine Fachfirma beauftragen?
Viele Hausbesitzer stehen vor dieser Entscheidung. Gründe können Altersschäden, Platzmangel oder eine geplante Modernisierung sein. Wichtig sind dabei Kosten, Zeitaufwand und die Einhaltung von Umweltvorschriften.
Manche Materialien, wie behandeltes Holz, erfordern eine fachgerechte Entsorgung. Regional können die Vorschriften variieren. In späteren Abschnitten gehen wir genauer auf Kostenvergleiche und praktische Tipps ein.
Inhaltsverzeichnis
Schlüsselerkenntnisse
- Selbstabbau spart Kosten, braucht aber Zeit und Know-how.
- Fachfirmen übernehmen Abriss und Entsorgung sicher.
- Umweltvorschriften müssen beachtet werden.
- Behandeltes Holz darf nicht einfach entsorgt werden.
- Regionale Regelungen können unterschiedlich sein.
Warum ein altes Gartenhaus entsorgen?
Viele Gartenbesitzer stehen irgendwann vor der Frage, was mit ihrem alten Holzhäuschen passieren soll. Oft ist es nicht mehr stabil oder passt nicht mehr zum neuen Garten-Konzept. Dann wird Platz für etwas Modernes benötigt.
Häufige Gründe für den Abriss
Laut Studien werden 30% der Häuser wegen Sturmschäden oder Altersschwäche abgerissen. Weitere typische Ursachen:
- Holzfäulnis durch Feuchtigkeit
- Umgestaltung des Grundstücks
- Sicherheitsrisiken durch morsches Material
Herausforderungen bei der Entsorgung
Besonders bei Häusern vor 1990 können gefährliche Materialien wie Asbest vorkommen. Auch teerhaltige Dachpappe oder belastete Holzschutzmittel sind problematisch.
Logistisch wird es knifflig: Metallteile, Glas und Holz müssen getrennt werden. Zudem gelten je nach Region unterschiedliche Vorschriften für Sondermüll.
| Problemfall | Lösung |
|---|---|
| Asbest | Spezialfirma beauftragen (BGR 128) |
| Teerpappe | Separater Container nötig |
| Belastetes Holz | Wertstoffhof mit Sonderannahme |
Altes Gartenhaus entsorgen: DIY-Methode
Wer sein Holzhäuschen selbst abbauen möchte, sollte gut vorbereitet sein. Mit dem richtigen Werkzeug und etwas Zeit lässt sich der Abriss in Eigenregie meistern. Wichtig ist, von Anfang an sauber zu arbeiten – das spart später Kosten bei der Entsorgung.

Vorbereitung und Planung
Bevor es losgeht, brauchen Sie:
- Den Originalbauplan (falls vorhanden)
- Werkzeug wie Hammer, Brechstange und Heißluftföhn für Dachpappe
- Mindestens zwei Helfer für schwere Teile
Entfernen Sie zuerst alle Nägel und Metallbeschläge. So vermeiden Sie Verletzungen und Schäden am Holz.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Abbau
Beginnen Sie mit dem Dach: Lösen Sie die Dachpappe vorsichtig mit dem Heißluftföhn. Reißen verursacht unnötigen Schutt.
Danach folgen die Wände. Trennen Sie die Bretter systematisch und sortieren Sie sie nach Größe. So passt mehr in den Sperrmüll.
Materialtrennung und Entsorgung
Mischen Sie kein Holz mit PVC oder Metall. Wertstoffhöfe verlangen bis zu 50 € Nachsortierungsgebühr.
Tipp: Eigenanlieferung spart Geld. 70 € pro Tonne statt 150 € via Container.
Kosten und Zeitaufwand
Für 10 m² rechnet man etwa einen Tag Arbeit. Container kosten ~100 € pro Kubikmeter.
Ein Hobbyhandwerker sparte 1.200 €, indem er alles selbst trennte und anlieferte.
Wann eine Fachfirma sinnvoll ist
Manche Abbauprojekte erfordern professionelle Hilfe. Besonders bei gefährlichen Materialien oder komplexen Strukturen lohnt sich der Einsatz einer Fachfirma.

Gefährliche Materialien wie Asbest
Asbesthaltige Bauteile dürfen nicht in Eigenregie entfernt werden. Laut §15 GefStoffV ist dies nur zertifizierten Firmen erlaubt.
Ein Praxisbeispiel: Ein unentdecktes Eternit-Dach verursachte 2.500 € Mehrkosten. Profis erkennen solche Risiken frühzeitig.
- Vorteile einer Fachfirma: Entsorgungsnachweise, Dokumentation für Gewährleistung.
- Tipp: Kostenvoranschlag immer mit Schadstoffklausel anfordern.
Massivfundamente und Sonderfälle
Betonierte Fundamente oder Stahlträger benötigen schweres Gerät. Bagger kosten ab 200 €/Stunde – hier spart die Fachfirma Zeit und Risiken.
Spezialcontainer für kontaminierten Bauschutt sind oft nur für Profis verfügbar.
| Aufgabe | DIY | Fachfirma |
|---|---|---|
| Asbestentsorgung | Verboten | ✓ Inkl. Nachweis |
| Fundamentabbau | Mit Werkzeug möglich | ✓ Mit Bagger (schnell) |
| Sondermüll | Getrennte Anlieferung | ✓ Komplettservice |
Kostenvergleich: Selbst machen vs. Fachfirma
Die Entscheidung zwischen Eigenleistung und Fachfirma hängt stark von den anfallenden Kosten ab. Je nach Größe und Material des Häuschens können die Preise stark schwanken. Ein genauer Vergleich hilft, böse Überraschungen zu vermeiden.

Entsorgungskosten pro Tonne
Bei der Entsorgung fallen unterschiedliche Gebühren an. Normales Holz kostet etwa 70 € pro Tonne. Behandeltes Material kann bis zu 150 € kosten.
Wichtig: Die Preise variieren je nach Region. Manche Kommunen bieten günstigere Konditionen für Sperrmüll an.
| Material | DIY-Preis | Firmenpreis |
|---|---|---|
| Naturholz | 70 €/t | 90 €/t |
| Dachpappe (Bitumen) | 5 €/m² | 23 €/m² |
| Metallteile | kostenfrei | 15 €/Behälter |
Zusatzkosten für Sondermüll
Spezielle Materialien wie Asbest oder teerhaltige Stoffe benötigen Fachbetriebe. Hier kommen schnell hohe Kosten zusammen:
- 300 € für Materialanalyse
- Ab 45 €/m² für Asbestentsorgung
- Zusätzlich 200 € für den Container
Tipp: Manche Firmen bieten Pauschalpreise an. Für ein 15 m² großes Häuschen liegen diese zwischen 1.800 € und 2.700 €.
Ein Praxisbeispiel zeigt die Unterschiede:
„Unsere DIY-Entsorgung kostete 650 € inklusive Mietwagen. Das Angebot einer Firma lag bei 2.100 € – dafür war alles erledigt.“
Wer sparen möchte, sollte:
- Kommunale Sperrmülltermine nutzen
- Materialien vorsortieren
- Helfer selbst organisieren
Umweltfreundliche Entsorgung und regionale Vorschriften
Die richtige Trennung der Materialien schont Umwelt und Geldbeutel. Jede Kommune hat eigene Vorschriften für Bauschutt. Wer sie kennt, vermeidet Bußgelder und fördert Recycling.

Richtige Trennung von Baumaterialien
Holz wird in vier Klassen eingeteilt: A1 (naturbelassen) bis A4 (giftimprägniert). Nur A1-Holz darf in den Hausmüll. A4-Holz gehört zum Sondermüll.
Metallteile und Glas trennen Sie am besten sofort. Das spart später Zeit und Gebühren.
| Holzklasse | Entsorgung | Kosten pro Tonne |
|---|---|---|
| A1 (unbehandelt) | Wertstoffhof | 50 € |
| A2 (lasurenbehandelt) | Sondercontainer | 120 € |
| A3 (kesseldruckimprägniert) | Spezialfirma | 200 € |
| A4 (teerhaltig) | Gefahrstoffannahme | 300 € |
Wertstoffhof oder Container?
Bei kleinen Mengen (Kubikmeter) lohnt der Wertstoffhof. Größere Projekte benötigen einen Container. Vergleichen Sie Preise:
| Option | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Wertstoffhof | Kostenlos für Metall | Eigenes Transportmittel nötig |
| Container | Bequem, alles in einem | Ab 150 €/m³ |
Tipp: Alte Dachlatten eignen sich als Tomatenspalier. So sparen Sie Entsorgungskosten und geben dem Holz ein zweites Leben.
Recycling spart CO2: Pro Tonne Holz werden 1,8 Tonnen CO2 vermieden.
Fazit
Die Wahl zwischen Eigenleistung und Profi-Hilfe hängt von mehreren Faktoren ab. Bei kleinen Häusern (Abriss selbst. Achten Sie auf unbehandeltes Holz – das spart Entsorgungskosten.
Vorsicht bei Altbauten: Gesundheitsrisiken durch Asbest oder Teerpappe sind ernst. Nutzen Sie die App „Entsorgungshelfer“ für regionale Vorschriften. Mobile Schredder machen Garten-Recycling einfacher.
Tipp: Holen Sie bei Unsicherheit ein Gutachten ein. Das spart langfristig Kosten bei der Entsorgung. Planen Sie gründlich – so wird Ihr Projekt ein Erfolg.
FAQ
Kann ich mein Holz-Gartenhaus selbst abbauen?
Ja, wenn es keine gefährlichen Stoffe wie Asbest enthält. Trennen Sie die Materialien sorgfältig und entsorgen Sie sie richtig.
Was kostet die Entsorgung auf dem Wertstoffhof?
Die Preise variieren je nach Region. Holz ohne Schadstoffe kostet etwa 50–100 € pro Tonne. Fragen Sie vorab bei Ihrer Gemeinde nach.
Wann brauche ich eine Fachfirma?
Bei Asbest, Dachpappe mit Teer oder massiven Fundamenten. Diese Materialien erfordern spezielle Expertise und Genehmigungen.
Darf ich das Holz im Sperrmüll entsorgen?
Kleine Mengen sind oft möglich, aber große Holzteile oder behandeltes Material müssen separat entsorgt werden. Prüfen Sie die lokalen Vorschriften.
Wie lange dauert der Abbau eines kleinen Gartenhauses?
Mit zwei Personen etwa 1–2 Tage, je nach Zustand und Größe. Planen Sie zusätzlich Zeit für die Entsorgung ein.
Muss ich für die Entsorgung einen Container mieten?
Nicht immer. Bei wenig Bauschutt reicht der Wertstoffhof. Für größere Projekte lohnt sich ein Container, um Transportkosten zu sparen.
Was passiert mit alten Nägeln und Metallteilen?
Trennen Sie sie vom Holz und geben Sie sie als Schrott ab. Viele Recyclinghöfe nehmen Metall kostenlos an.

